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Volkswagen setzt auf E-Mobilität in Ruanda

Volkswagen investiert in Ruanda. Denn der kleine afrikanische Staat bietet VW viele Standortvorteile, die sich der deutsche Konzern für seine Expansionsstrategie in Afrika zunutze machen möchte. In der ruandischen Hauptstadt Kigali hat VW eine Produktion gestartet und setzt ein E-Mobiliätskonzept um.

(Dies ist der erste Teil unserer Serie „Europa investiert in Ostafrika“.)

Das ostafrikanische Ruanda ist eines der kleinsten und ärmsten Länder der Welt. Auf einer Fläche in etwa so groß wie die Insel Sardinien beherbergt das Land ca. 12,5 Millionen Einwohner. Es befindet sich gerade erst auf dem Sprung, von der Weltbank in ein „lower middle-income country“ hochgestuft zu werden. Die Armutsschere zwischen Stadt und Land ist groß. Dennoch hat sich VW für die Investition in das Land entschieden.

Lokale Produktion und Mobilitätskonzept

Für die Umsetzung seiner Afrika-Strategie eröffnet VW nicht nur einfach ein Werk, sondern setzt ein ganzes Mobilitätskonzept um. Neben der lokalen Fertigung umfasst das Gesamtkonzept auch ein Vertriebszentrum, Qualifizierung der Mitarbeiter sowie einen modernen Carsharing-Dienst. Der Konzern nutzt dabei das Know-how von Partnern vor Ort. Denn sie wissen am besten, was die Menschen vor Ort brauchen. Unter anderem arbeitet VW beim Vertrieb und bei der Entwicklung von Software mit afrikanischen Unternehmen zusammen. Beim Aufbau der Ladesäulen-Infrastruktur arbeitet VW mit dem deutschen Konzern Siemens zusammen.

Ruanda ist ein junges, modernes und digitales Land und damit bestens geeignet für neue, vernetzte Mobilitätsdienste

Thomas Schäfer, CEO Volkswagen South Africa

Heute ist die Mobilität in Ruanda noch geprägt von Sammeltaxis, Motorrad-Taxis und Bussen. Allerdings bilden sich bei Bushaltestellen regelmäßig lange Schlangen. Ein eigenes Auto besitzen bisher noch nicht viele Menschen. Eine eigene Automobilindustrie gibt es, anders als in anderen afrikanischen Staaten (z. B. The Kantanka aus Ghana, Innoson aus Nigeria, The Kiira EV Smack aus Uganda oder Mobius Motors aus Kenia) nicht.

„Ich bin überzeugt, dass die geplanten Geschäftsideen von unseren Kunden gut angenommen werden. Die wertvollen Erfahrungen, die wir mit den Mobilitätsdiensten hier in Ruanda machen, sollen in einem nächsten Schritt der Marke Volkswagen auch in anderen Märkten nutzen.“ sagte Thomas Schäfer, CEO Volkswagen South Africa.

Ruanda als Teil von VWs Expansionsstrategie für Afrika

Für Ruanda ist das Engagement von VW ein großer Schritt. Aber auch VW verbindet große Pläne mit Ruanda. „In Ruanda gibt es den politischen Willen, die Industrialisierung voranzutreiben und Jobs zu schaffen für die junge Bevölkerung“, sagte Thomas Schäfer, Geschäftsführer von Volkswagen South Africa. „Mit seinen elf Millionen Einwohnern ist Ruanda nicht das größte Land, aber wir können hier einiges lernen und später in Ländern wie Ghana oder Äthiopien in einem größeren Maßstab umsetzen.“

Der bisher größte Standort von VW in Afrika ist das Volkswagenwerk nahe der südafrikanischen Hafenstadt Port Elizabeth. Dort werden jedes Jahr etwa 125.000 Fahrzeuge produziert. Diverse Polo-Versionen werden hier produziert. Allein in Südafrika beträgt der Marktanteil von VW beachtliche 20 %.

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Erster VW aus Ruanda, © Volkswagen AG

Volkswagen zeigt mit seinem Engagement in Ostafrika echten Pioniergeist. Ruanda ist ein aufstrebender, dynamischer Staat, der wirtschaftliches Wachstum und Ressourcenschonung konsequent verbindet

Bernd Althusmann, Wirtschaftsminister Niedersachsens

Vergleich der E-Mobilität in Ruanda mit dem Mobilfunk

Die Aussichten der E-Mobilität in Afrika können durchaus mit dem Mobilfunk verglichen werden. Weil es in afrikanischen Staaten kaum Festnetzverbindungen gibt, haben sich Internetverbindungen über Kabelleitungen nicht etablieren können. Stattdessen wurde dieser Entwicklungsschritt mit dem Aufbau flächendeckender Mobilfunknetze einfach übersprungen. Die afrikanischen Staaten verfügen mittlerweile über eine gute Netzabdeckung und bringen auf diese Weise das Internet zu den Menschen. Der Durchbruch der mobilen Telekommunikation ging besonders schnell.

Ähnlich verhält es sich im Automobilsektor. Aufgrund der teilweise schlechten Qualität von Treibstoff konnte sich eine afrikanische Automobilwirtschaft kaum entwickeln. „Das Benzin, das in Afrika meist verkauft wird, ist von geringer Qualität, moderne Motoren kommen damit nicht zurecht“, so Thomas Schäfer, „mit Elektromobilität lässt sich das Problem umgehen, denn E-Autos laufen mit jeder Art von Strom.“

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