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Präsident Ghanas zum neuen afrikanischen Selbstverständnis

Während seines Besuchs in Frankreich im Jahr 2019 spricht der ghanaische Präsident Nana Addo Dankwa Akufo-Addo über das neue Selbstverständnis von Afrika. Wir fassen die wichtigsten Punkte für Sie zusammen.

Akufo-Addo adressierte die in Europa lebenden Afrikaner. Es sei die Hauptaufgabe sämtlicher Afrikaner auf der Welt, den afrikanischen Kontinent zu transformieren. Die heutige Situation sei vergleichbar mit China in den 80er und 90er Jahren. Zu dieser Zeit erfolgten die Hälfte der ausländischen Investitionen durch die chinesische Diaspora, d. h. die im Ausland lebenden Chinesen. Die anschließende wirtschaftliche Entwicklung in China habe den Status und das Ansehen sämtlicher Chinesen auf der ganzen Welt verändert.

Wenn die Geschichte Afrikas verändert werden soll, dann müsse man sich fortbewegen von der Idee, dass jemand anderes kommt und die Entwicklung des Kontinents übernimmt. Alle Afrikaner müssten die Sache selbst in die Hand nehmen, denn nur sie können den Kontinent transformieren.

Das Verhältnis zu Europa sei besonders wichtig. Europa und Afrika seien besonders eng miteinander verbunden. Es besteht eine natürliche Allianz – nur das Mittelmeer trenne beide Kontinente. Das Verhältnis müsse sich jedoch ändern. Denn bisher habe es überwiegend Europa bereichert, nicht Afrika. Es könne nicht sein, dass auf dem Kontinent mit den weltweit meisten Ressourcen die ärmsten Menschen leben.

Akufo-Addo hob hervor, dass erkannt werden müsse, dass Afrika über die Ressourcen verfügt und über eine sehr junge Bevölkerung. Wenn die jungen Menschen gut ausgebildet und ihnen Fähigkeiten vermittelt werden, wird Afrika auf den Weg zu einem starken wirtschaftlichen Aufschwung gehen. Es könne genau das wiederholt werden, was in Asien geschehen ist. Auch die im Ausland lebenden Afrikaner könnten hier einen großen Beitrag leisten.

Afrika brauche auch weiterhin eine enge Zusammenarbeit mit anderen Ländern. Afrika brauche auch die Technologien anderer Länder, von denen Afrika sehr profitieren kann. Aber Afrika dürfe sich nicht als abhängig von der Politik anderer Menschen sehen. Das helfe Afrika nicht weiter.

Sechs Jahrzehnte nach der Unabhängigkeit sei die Zeit gekommen, dass die Afrikaner ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Unabhängigkeit geben nicht nur Freiheit. Es ist die Basis der wirtschaftlichen Transformation des afrikanischen Kontinents. Akufo-Addo blicke sehr positiv in die Zukunft. Er betonte erneut, dass das Schicksal aller Afrikaner auf der Welt an das Schicksal Afrikas gebunden sei.

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