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Europa und Afrika stärken Partnerschaft

Afrika ist der größte Handelspartner Europas. Daher sind für die Europäischen Union (EU) gute wirtschaftliche Beziehungen zu dem Schwarzen Kontinent besonders wichtig und strebt eine enge Partnerschaft mit der Afrikanischen Union (AU) an. In diesem Beitrag fassen wir die wichtigsten Fakten für Sie zusammen.

Die Afrikanische Union (AU) ist eine panafrikanische Organisation. Ihre Mitglieder sind sämtliche Staaten des afrikanischen Kontinents – 55 an der Zahl. Die AU, gegründet im Jahr 2002, ging aus der Organisation für Afrikanische Einheit (Organisation of African Unity, OAU) hervor. Die Vision der AU ist „ein integriertes, wohlhabendes und friedliches Afrika, das von seinen eigenen Bürgern angetrieben wird und eine dynamische Kraft in der globalen Gemeinschaft darstellt.“

Die Kommission der AU ist ihr ausführendes Organ. Ihre Aufgaben umfassen insbesondere die Vertretung der AU nach außen und die Umsetzung von Entscheidungen der Organe der AU. Die Kommission setzt sich aus zehn Mitgliedern aus unterschiedlichen Mitgliedstaaten zusammen, die von ihren jeweiligen Staatschefs gewählt werden. Derzeit ist Moussa Faki, ein Politiker aus dem Tschad, Vorsitzender der Kommission. Als Exekutivorgan ist die Kommission der AU mit der Europäischen Kommission vergleichbar. Erstere hat jedoch weniger Kompetenzen. Insbesondere hat die Kommission der AU keinen maßgeblichen Einfluss und ist auch nicht für die Überwachung der Einhaltung der Verträge zuständig.

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Emblem der Afrikanischen Union
Euroflagge - Europäische Union strebt enge Partnerschaft mit Afrika an
Euroflagge

Die Afrikanische Union ist sehr wichtig für uns. Wir wollen eine gute Partnerschaft.

Ursula von der Leyen, EU-Kommissionspräsidentin

Von der Leyens besuch in Äthiopien

Bereits im Dezember 2019 reiste die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba in Ostafrika, wo die AU ihren pompösen Hauptsitz hat. „Ich habe Afrika als Ziel meiner ersten Reise außerhalb von Europa gewählt. Ich hoffe, diese Reise sendet ein starkes politisches Signal, weil uns Afrika und die Afrikanische Union in der EU und in der Kommission wichtig sind“, sagte von der Leyen.

Die Deutsche traf sich unter anderem mit dem Chef der Afrikanischen Union, Moussa Faki. Er betonte, dass Afrika in den Bereichen Wirtschaft und Politik große Fortschritte gemacht habe, womit er wohl insbesondere die Afrikanische Freihandelszone (AfCFTA) meint. Die Freihandelszone ist mit 1,2 Milliarden Menschen etwa dreimal so groß wie die der Europäischen Union.

Bei von der Leyens Treffen mit dem Ministerpräsidenten von Äthiopien, Abiys Ahmed, der mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, betonte dieser die hohen Ambitionen seines Landes und verwies auf umgesetzte Programme zur wirtschaftlichen Entwicklung und Abbau der Arbeitslosigkeit.

Ursula von der Leyen in Äthiopien um Partnerschaft mit der Afrikanischen Union auszubauen
Ursula von der Leyen in Äthiopien, © dpa

Afrika ist ein vielfältiger Kontinent, auf dem mehr als 1 Milliarde Menschen leben. Afrika hat die jüngste, am schnellsten wachsende Mittelschicht der Welt. Die Jugend in Afrika hat das Potenzial, die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Perspektiven ihres Kontinents zu verändern.

Europäische Kommission, März 2020

Auch China buhlt um Afrika

Mit ihren Bemühungen, eine enge Partnerschaft mit Afrika aufzubauen, ist von der Leyen nicht alleine. Die chinesische Präsenz ist in Afrika allgegenwärtig. Schilder chinesischer Firmen und Finanziers an den Baustellen der teilweise gigantischen Bauwerke zeugen davon. Das weiß auch die deutsche Politikerin: ihr sei bewusst, dass die EU einiges aufzuholen hat. Afrikanische Diplomaten haben jedoch klar gemacht, dass sie sowohl mit der EU als auch China Entwicklungs- und Infrastrukturprojekte angehen – je nachdem wer die besseren Bedingungen bietet.

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EU nennt fünf Kernbereiche künftiger Zusammenarbeit

In einem Strategiepapier der Europäischen Kommission vom März 2020 beschreibt diese fünf Bereiche, in denen sie enge Partnerschaften mit der Afrikanischen Union anstrebt:

  1. Partnerschaft für die grüne Wende und den Zugang zu Energie,
  2. Partnerschaft für den digitalen Wandel,
  3. Partnerschaft für nachhaltiges Wachstum und Beschäftigung,
  4. Partnerschaft für Frieden und gute Regierungsführung und
  5. Partnerschaft im Bereich Migration und Mobilität.

Im Strategiepapier ist immer wieder von „Partnerschaft“ und davon die Rede, die Bedingungen für Afrika zu verbessern. Es geht der Europäischen Kommission aber auch – und insbesondere – um europäische Wirtschaftsinteressen. Investitionen in und Kreditvergaben an den Kontinent stärken auch europäische Unternehmen.

EU Afrika Partnershaft Europäische Kommission
Logo für die Kooperation mit Afrika, © Europäische Kommission

Auch Deutschland möchte Partnerschaft ausbauen

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht das Potenzial Afrikas. In einem ihrer Podcasts betont sie die zentrale Bedeutung der Zusammenarbeit mit Afrika. In einem Interview hob sie hervor: „Investitionen in Afrika sind Investitionen in die Zukunft.“

Ausblick: EU-AU-Gipfel im Oktober 2020

Der Dialog zwischen Europa und Afrika wird beim EU-AU-Gipfels im Oktober 2020 in Brüssel fortgesetzt.

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